FESTIVAL LA GACILLY-BADEN PHOTO 2026

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Das Festival La Gacilly-Baden Photo findet von 12. Juni-11. Oktober 2026 statt

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KONZEPT Festival La Gacilly-Baden Photo 2026

Das Festival 2026 ist dem Gedenken an Jane Goodall und Martin Parr gewidmet!

SO BRITISH! Großbritannien und Europa teilen eine tausendjährige Geschichte voller Missverständnisse und Feindseligkeiten, Bewunderung und Respekt. Das könnte an der Eigenart der Briten liegen, Dinge anders zu tun als alle anderen. Sie fahren nicht nur links, sie haben auch ihre eigene Währung, und 51,89 Prozent haben für den Brexit gestimmt. Sie spielen Darts, glauben an Geister und haben immer noch eine Monarchie. Und sie haben diesen Hauch von Exzentrik. Seit Oscar Wilde einen Hummer an der Leine am Ufer der Themse spazieren führte, wissen wir, dass in diesem Land der strengen Erziehung Extravaganz immer noch als Kunstform gepflegt wird. Viele britische Fotograf:innen teilen diesen Stil. Sie sind so british, weil sie es verstehen, den Geist ihrer Zeit mit einem großartigen Sinn für Klarheit einzufangen.

Unser Festival hat sich stets bemüht, die großen Meister der Fotografie zu ehren, und Sir Don McCullin, der von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen wurde, ist eine Legende. Während seiner gesamten Karriere fotografierte er nicht das Elend der Ausgegrenzten, er prangerte es an; er fotografierte nicht den Krieg, er verurteilte dessen Absurdität; er fotografierte nicht die englische Landschaft, nein, er zeigte deren Zerbrechlichkeit.

Wenn Schelmerei das Vorrecht der Briten wäre, dann ist Martin Parr ihr fotografischer Herold. Seit über fünfzig Jahren wirft der unermüdliche Chronist der englischen Gesellschaft einen messerscharfen Blick auf seine Landsleute. Oder Tony Ray-Jones, dieser ironische Beobachter, der dem Humor seinen rechtmäßigen Platz einräumte, ohne jemals in unnötige Grausamkeit zu verfallen. Peter Dench hat sich dafür entschieden, die Widersprüche einer Gesellschaft, die als zutiefst traditionsverbunden gilt, genau unter die Lupe zu nehmen. Josh Edgoose streift durch die Straßen Londons auf der Suche nach dem Unerwarteten. „Swinging London” erinnert uns daran, dass ikonische Popmusik an den Ufern der Themse geboren wurde. Terry O’Neill war nicht nur Zeuge dieser berauschenden Revolution, er war der fotografische Vertraute der „Enfants terribles” Englands, von den Beatles über die Rolling Stones und David Bowie bis zu Elton John.

Wussten Sie, dass das Vereinigte Königreich und Frankreich gemeinsam das Privileg haben, die Erfinder der Fotografie zu sein? Obwohl Nicéphore Niepce aus Chalon-sur-Saône als Erster ein Bild auf einer Metallplatte festhielt, war es eine englische Botanikerin, die diese Technik bereits 1843 als Erste weiterentwickelte. Anna Atkins war eine Pionierin auf dem Gebiet der Cyanotypie, mit der sie Herbarien von faszinierender Schönheit schuf. Gina Soden erkundet Herrenhäuser und alte Villen, die ihre Besitzer zurückgelassen haben, stillgelegte Fabriken und verfallene Krankenhäuser, in denen die Natur sich ihr Recht zurückerobert hat. Cig Harvey experimentiert mit Farben, unseren Sinneserfahrungen und Körpern, die mit der Natur verschmelzen. Schließlich wirft Mary Turner einen zärtlichen Blick auf die marginalisierten Bevölkerungsgruppen des postindustriellen Englands.

Christian Skrein erinnert uns an den Besuch der Beatles in Obertauern, die zum Videodreh von Help! angereist waren – und von der Bevölkerung mit Transparenten empfangen wurden: Beatles Go Home! Und der Badener Filmemacher Richard Ladkani setzt Jane Goodall ein fotografisches Denkmal aus der innigen Perspektive einer nun abrupt zerrissenen Lebensfreundschaft: „Just me, Jane!“ Inge Prader wird Andreas Kronthaler in London besuchen, um mit ihm dem Vermächtnis seiner langjährigen Weggefährtin und Ehefrau Vivian Westwood nachzuspüren.

Mike Taylors Arbeit „Bend it like Beckham“ zeigt uns Fußball aus der Perspektive von fiebernden Fans in britischen Pubs – ohne auch nur einen einzigen Fußballspieler ins Bild zu setzen.

Queen-Gitarrengott Sir Brian May ist nicht nur ein zur Ikone gewordener Rockmusiker, sondern vor allem auch leidenschaftlicher Stereofotograf und der weltweit größte Sammler dieser Kunst. Nach 2019, als in Baden seine Arbeit „Die Mondlandung in 3D“ im Arnulf Rainer Museum ihre Weltpremiere erlebte, wird das Festival mit „Stereoscopic Adventures In Hell“ eine absolute Rarität seiner Sammlung zeigen, die kurz nach der Erfindung der Fotografie vor 150 Jahren geschaffen wurde. Dazu wird das Festival im Kaiserhausgarten ein Kaiserpanorama errichten. Ein ganz besonderer Fotografie-Leckerbissen im Kontext des 200. Geburtstages der Fotografie – ebenso wie die Retrospektive des einzigartigen Schaffens von Foto-Ikone und Magnum Gründer Robert Capa, die erste Zusammenarbeit des Festivals mit dem Robert Capa Contemporary Photography Center Budapest.

Eine andere Rarität ist die Ausstellung von Michel Bouvet „I Love The Beatles“, der ein echter Beatles-Fan ist und in 35 außergewöhnlichen Bildern die legendärsten Songs der mythischen Band aus Liverpool illustriert, eine Arbeit, die vor allem das Ergebnis einer Fantasie ist, die von seiner Leidenschaft für Musik, Malerei, Literatur und Reisen getragen wird.

2024 war das heißeste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen. Ein Faktum, das auf die ständig zunehmende Anreicherung von Treibhausgasen in der Atmosphäre zurückzuführen ist. Die Ozeane, die 70 % der Erdoberfläche bedecken, sind ein wichtiger Regulator des Erdklimas. Sie absorbieren über 90 % der überschüssigen Wärme im Klimasystem, was zu immer heftigeren Hurrikanen und Stürmen führt. Wer könnte uns besser einen lebendigen Einblick in das fragile Ökosystem des Blauen Planeten geben als der Meeresbiologe Laurent Ballesta, einer der besten Unterwasserfotografen seiner Generation. Mit Robert Doisneau, dessen Werk weit über Paris und seine Vororte hinausgeht, nehmen wir ein erfrischendes Bad. Stéphane Lavoué machte sich diesen Winter auf, um jene Menschen zu treffen, die von und mit den Ozeanen leben. Der indische Fotograf Supratim Bhattacharjee arbeitet seit Jahren im Sundarbans-Archipel. Er zeigt uns den Alltag von Menschen, die mit Klimakatastrophen und steigenden Meeresspiegeln konfrontiert sind.

Und natürlich wird und MUSS das Festival den 100. Geburtstag des Strandbades in Baden würdigen. Unter den Titel „Water is Life!“ werfen wir mit Hilfe von Unesco Weltwasserchair Helmut Habersack einen ernüchternden Blick auf die Flüsse der Welt. Wir lernen von ihrer Schönheit und ihren Dramen und erfahren, was die Wissenschaft dazu beitragen kann, ihr Wasser wieder erfrischend zu machen. Der Innsbrucker Forscher Günter Köck entführt uns in die fernsten Gebiete der Welt, wo Seesaiblinge als „Instrument“ zum Umwelt-Monitoring eingesetzt werden. Fast noch mehr unerwartete Exotik stellt sich ein, wenn das Festival eine junge Badenerin – Christin Gerstorfer – in die faszinierende stille und dunkle Welt des Apnoetauchens begleitet.

Die unermüdliche Reisende, Modefotografin und Mitglied der Académie des Beaux-Arts Françoise Huguier erkundet in Emotive Africa die Seele der Menschen von Mali bis Äthiopien, von Benin bis Mosambik.

In Tansania verortet Frédéric Noy sein Langzeitprojekt Udzungwa, wo Populationen endemischer Affen im Herzen eines Primärwaldes leben, der durch die Urbanisierung bedroht ist. In einem Essay, der ebenso dokumentarisch wie künstlerisch ist, hat Axelle de Russé mithilfe von Infrarotfotografie unsere beiden bewohnten Polarwelten im Norden und im Süden betrachtet. Corey Arnold belegt mit seinem Bericht wie sich Bären, Kojoten und Waschbären auf der Suche nach Nahrung, die sie in ihrem ursprünglichen Lebensraum nicht mehr finden, in unsere Städte wagen.

Als flüchtiges Geschenk an die Natur und als Ode an das Reisen und die Kontemplation stellen wir die sinnliche Welt von François Fontaine aus, Gewinner des Leica-Preises für neue Umweltfotografie 2025. Seine Bilder, aufgenommen zur Zeit der Vollblüte, ähneln Drucken und zeigen fleckiges Licht, magische Reflexionen, den Wind in den Bäumen und das Erblühen einer neuen Jahreszeit.

Und schließlich wird uns Norbert Span mit seiner visuellen Reise in die mikroskopischen Strukturen von Vitaminen überraschen und uns ihre verzaubernde innere Schönheit enthüllen.

Der Traum vom Fliegen zeigt, zu welchen Leistungen Menschen fähig sind, wenn sie von Tatendrang und Neugier getrieben werden, und beweist, was der Glaube an das Mögliche vermag. Jeder Start, jeder Flug, jede Landung sind eine Erinnerung daran. Der Traum vom Fliegen ist ein gemeinsames fotografisches Projekt von Ana María Arévalo Gosen, Hans-Jürgen Burkard, Heinz Stephan Tesarek, Jérôme Gence, Martina Draper, Nadia Ferroukhi, Ulla Lohmann und Lois Lammerhuber.

Das bilaterale Fotoprojekt Pop Nature fordert die Schulen des Morbihan und in Niederösterreich auf, sich mit einer freien, unbeschwerten, psychedelischen, rhythmischen und lebendigen fotografischen Perspektive der Natur zu nähern. Der Fokus liegt auf leuchtenden Farben, einer funkelnden, lebendigen, sorgenfreien und positiven Welt.

Die Ausstellung „I love Coffee, I love Tea“ der Fotografien der niederösterreichischen Berufsfotografie und die Ausstellung des mit 656 738 eingereichten Fotos aus 153 Ländern größten Fotowettbewerbes der Welt, CEWEs „Our World is Beautiful“, werden das Festival ebenso abrunden wie die Rückschau auf 2024 in den Bildern der Artista in Residence Sabine Starmayer, deren Bilder von Texten der Thomas-Jorda-Preisträgerin 2024 Elisabeth Steinkellner begleitet werden.

Unter dem Leitgedanken Culture of Solidarity wird die Zusammenarbeit mit den Festivalpartnern Garten Tulln – dort zeigen wir die CEWE-Ausstellung „Our World is Beautiful“, – und dem Monat der Fotografie Bratislava auch 2026 fortgesetzt. Neu ist die Partnerschaft mit der Stadt Belgrad (optional Nürnberg oder Chișinău), wo wir den Global Peace Photo Award zeigen werden.

Und Christoph Künne würdigt mit innovativen AI-inspirierten Bildern die 450-jährige Geschichte von Manfred Schneiders Backhaus Annamühle.

Begleitend zum Festival erscheint in der Edition Lammerhuber der Festivalkatalog
SO BRITISH!

WILLKOMMEN! BIENVENUE! WELCOME